
Spinalkanalstenose ohne Versteifung: Warum in vielen Fällen eine Dekompression ausreicht.
Viele Patientinnen und Patienten mit einer Spinalkanalstenose erhalten noch immer die Empfehlung zu einer Wirbelsäulenversteifung. Besonders dann, wenn zusätzlich eine degenerative Pseudolisthese vorliegt, wird häufig angenommen, dass eine alleinige Entlastung der Nerven nicht genügt.
Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch:
👉 In vielen Fällen ist bei Spinalkanalstenose eine Dekompression ohne Versteifung ausreichend.
Bei einer Spinalkanalstenose kommt es zu einer Einengung des Wirbelkanals, meist durch:
Typische Symptome sind:
Bei der degenerativen Pseudolisthese gleitet ein Wirbelkörper leicht nach vorne. Dieses Gleiten ist:
Entscheidend ist, was die Beschwerden verursacht:
Auf dem DWG-Kongress 2025 in Wiesbaden stellte Ivar Austevoll (Universität Bergen) aktuelle Daten vor zum Thema:
„Decompression with or without fusion in degenerative spondylolisthesis – evolving evidence“
Bei Spinalkanalstenose mit degenerativer Pseudolisthese zeigt die alleinige Dekompression die gleichen Ergebnisse wie eine Dekompression mit zusätzlicher Versteifung.
Untersucht wurden unter anderem:
➡️ Kein relevanter Vorteil für die zusätzliche Versteifung
Eine Operation ohne Versteifung bedeutet häufig:
Gerade bei älteren Patienten ist das ein entscheidender Vorteil.
Eine Dekompression ohne Versteifung kommt insbesondere infrage bei:
Die Entscheidung erfolgt immer individuell – auf Basis von:
Eine Versteifung kann notwendig sein bei:
Wichtig ist: Nicht jede Spinalkanalstenose benötigt automatisch eine Versteifung.
Die Vorstellung, dass bei Spinalkanalstenose grundsätzlich versteift werden muss, ist nicht mehr zeitgemäß.
Moderne Studien zeigen klar:
In vielen Fällen reicht eine gezielte Dekompression aus – mit gleicher Wirksamkeit und geringerer Belastung für die Patienten.
Eine sorgfältige Diagnostik und individuelle Beratung sind entscheidend.
Wir sind für Sie da!


