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Spinalkanalstenose ohne Versteifung: Wann eine Dekompression ausreicht

Spinalkanalstenose ohne Versteifung: Wann eine Dekompression ausreicht

Spinalkanalstenose ohne Versteifung: Warum in vielen Fällen eine Dekompression ausreicht.

Spinalkanalstenose ohne Versteifung: Wann eine Dekompression ausreicht

Viele Patientinnen und Patienten mit einer Spinalkanalstenose erhalten noch immer die Empfehlung zu einer Wirbelsäulenversteifung. Besonders dann, wenn zusätzlich eine degenerative Pseudolisthese vorliegt, wird häufig angenommen, dass eine alleinige Entlastung der Nerven nicht genügt.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch:
👉 In vielen Fällen ist bei Spinalkanalstenose eine Dekompression ohne Versteifung ausreichend.

Was ist eine Spinalkanalstenose?

Bei einer Spinalkanalstenose kommt es zu einer Einengung des Wirbelkanals, meist durch:

  • Verschleiß der Bandscheiben
  • Verdickung der Bänder
  • Vergrößerung der Facettengelenke

Typische Symptome sind:

  • Schmerzen beim Gehen
  • rasche Ermüdung der Beine
  • Taubheit oder Kribbeln
  • Besserung im Sitzen oder Vorbeugen

Spinalkanalstenose und Pseudolisthese – muss man versteifen?

Bei der degenerativen Pseudolisthese gleitet ein Wirbelkörper leicht nach vorne. Dieses Gleiten ist:

  • meist langsam entstanden
  • häufig stabil
  • nicht automatisch schmerzverursachend

Entscheidend ist, was die Beschwerden verursacht:

  • In den meisten Fällen sind es eingeengte Nerven
  • nicht eine relevante Instabilität der Wirbelsäule

Neue Studienlage: Dekompression ohne Versteifung ist gleichwertig

Auf dem DWG-Kongress 2025 in Wiesbaden stellte Ivar Austevoll (Universität Bergen) aktuelle Daten vor zum Thema:

„Decompression with or without fusion in degenerative spondylolisthesis – evolving evidence“

Zentrale Aussage:

Bei Spinalkanalstenose mit degenerativer Pseudolisthese zeigt die alleinige Dekompression die gleichen Ergebnisse wie eine Dekompression mit zusätzlicher Versteifung.

Untersucht wurden unter anderem:

  • Schmerzreduktion
  • Gehstrecke
  • Funktion im Alltag
  • Lebensqualität
  • Reoperationsraten

➡️ Kein relevanter Vorteil für die zusätzliche Versteifung

Vorteile der Dekompression ohne Versteifung

Eine Operation ohne Versteifung bedeutet häufig:

  • kürzere OP-Zeit
  • geringerer Blutverlust
  • schnellere Mobilisation
  • weniger Belastung angrenzender Wirbelsäulenabschnitte
  • geringeres Risiko späterer Folgeprobleme

Gerade bei älteren Patienten ist das ein entscheidender Vorteil.

Für wen ist eine Operation ohne Versteifung geeignet?

Eine Dekompression ohne Versteifung kommt insbesondere infrage bei:

  • Spinalkanalstenose
  • geringgradiger degenerativer Pseudolisthese
  • fehlenden Instabilitätszeichen in Funktionsaufnahmen
  • fehlender ausgeprägter Fehlstellung

Die Entscheidung erfolgt immer individuell – auf Basis von:

  • MRT
  • Röntgen (ggf. Funktionsaufnahmen)
  • klinischer Symptomatik

Wann ist eine Versteifung trotzdem sinnvoll?

Eine Versteifung kann notwendig sein bei:

  • hochgradiger Instabilität
  • deutlicher Wirbelsäulendeformität
  • ausgeprägten Rückenschmerzen durch Segmentinstabilität
  • bestimmten Rezidivsituationen

Wichtig ist: Nicht jede Spinalkanalstenose benötigt automatisch eine Versteifung.

Fazit: Spinalkanalstenose ohne Versteifung ist oft möglich

Die Vorstellung, dass bei Spinalkanalstenose grundsätzlich versteift werden muss, ist nicht mehr zeitgemäß.
Moderne Studien zeigen klar:

In vielen Fällen reicht eine gezielte Dekompression aus – mit gleicher Wirksamkeit und geringerer Belastung für die Patienten.

Eine sorgfältige Diagnostik und individuelle Beratung sind entscheidend.

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